Schwer versicherbare Immobilien
Vorschaden: Gebäude mit Vorschäden richtig versichern
Was ist ein Vorschaden?
Als Vorschaden bezeichnet man jeden Schaden, der vor dem Abschluss eines neuen Versicherungsvertrags am Gebäude eingetreten ist – unabhängig davon, ob er reguliert wurde. Versicherer fragen bei Antragstellung in der Regel nach Vorschäden der letzten Jahre, häufig aufgeschlüsselt nach Anzahl, Ursache und Höhe. Die Gesamtheit der Vorschäden bildet die Schadenhistorie, aus der sich die Vorschadenquote ableitet.
Warum sind Vorschäden für Versicherer wichtig?
Vorschäden sind der wichtigste Hinweis auf das künftige Risiko. Ein Gebäude, in dem es mehrfach zu Rohrbrüchen kam, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Leitungswasserschäden haben, wenn die Ursache nicht behoben ist. Versicherer reagieren deshalb mit höheren Beiträgen, Selbstbehalten, Ausschlüssen einzelner Gefahren oder Absagen.
Müssen Vorschäden angegeben werden?
Ja, wenn der Versicherer in Textform danach fragt. Nach § 19 VVG muss der Versicherungsnehmer alle ihm bekannten gefahrerheblichen Umstände anzeigen, nach denen der Versicherer gefragt hat (Anzeigepflicht). Werden Vorschäden verschwiegen oder falsch angegeben, kann der Versicherer je nach Verschulden vom Vertrag zurücktreten, kündigen oder den Vertrag anpassen. Bei arglistiger Täuschung kommt zudem eine Anfechtung in Betracht.
Wie lassen sich Gebäude mit Vorschäden versichern?
- Ursachen erklären: Zu jedem Schaden sollte nachvollziehbar sein, wodurch er entstand.
- Maßnahmen nachweisen: Sanierungen, Leitungstausch, Wartungsverträge oder technische Schutzsysteme dokumentieren (Risikosanierung).
- Statistik bereinigen: Abgeschlossene Schäden müssen als abgeschlossen geführt werden, Reserven aufgelöst sein.
- Konzept anpassen: Höhere Selbstbehalte oder Teilausschlüsse können eine Annahme ermöglichen.
- Gezielte Platzierung: Versicherer ansprechen, die für das Risiko infrage kommen (Neuplatzierung).
Was bedeutet das für Hausverwaltungen?
Hausverwaltungen sollten Schäden je Objekt mit Ursache und Maßnahme dokumentieren. Diese Unterlagen sind beim Versichererwechsel, bei einer Kündigung oder beim Verkauf einer Immobilie entscheidend.
Ausführlich: Gebäudeversicherung mit Vorschäden: Welche Möglichkeiten gibt es?
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Jahre zurück fragen Versicherer nach Vorschäden?
Häufig drei bis fünf Jahre. Maßgeblich ist die konkrete Frage im Antrag.
Zählen auch kleine Schäden als Vorschäden?
Wenn der Versicherer allgemein nach Vorschäden fragt, sind auch kleinere Schäden anzugeben. Manche Fragen setzen eine Mindesthöhe; dann gilt diese.
Was passiert, wenn ich einen Vorschaden vergessen habe?
Die Rechtsfolgen hängen vom Verschulden ab. Bei leichter Fahrlässigkeit sind sie meist geringer als bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Fehlende Angaben sollten nachgeholt werden, sobald sie auffallen.
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