Elementar- & Naturgefahren
Starkregen: Gefahr für Gebäude und wann die Versicherung greift
Was ist Starkregen?
Starkregen bezeichnet Niederschlag, bei dem in kurzer Zeit sehr große Wassermengen fallen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt abgestuft nach Niederschlagsmenge und Dauer. Typisch sind lokal begrenzte, schwer vorhersehbare Ereignisse, bei denen Kanalisation und Boden das Wasser nicht schnell genug aufnehmen können.
Welche Schäden verursacht Starkregen an Gebäuden?
- Überflutung: Oberflächlich abfließendes Wasser dringt über Lichtschächte, Kellerabgänge, Tiefgaragenzufahrten oder Türen ein.
- Rückstau: Überlastete Kanäle drücken Wasser über Bodenabläufe und Toiletten ins Gebäude (Rückstau).
- Folgeschäden: Durchfeuchtete Bauteile, beschädigte Haustechnik in Kellern, Schimmel.
Ist Starkregen versichert?
Schäden durch Überschwemmung infolge von Witterungsniederschlägen und durch Rückstau sind typischerweise nur über die Elementarschadenversicherung versichert. Die Grunddeckung aus Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel greift bei Starkregen in der Regel nicht. Dringt Regenwasser ohne Überflutung des Grundstücks durch undichte Dächer oder Fenster ein, ist das häufig nicht versichert, sofern es nicht Folge eines versicherten Sturmschadens ist.
Wie wird das Starkregenrisiko bewertet?
Ergänzend zu den Hochwasserklassen von ZÜRS nutzen Versicherer Starkregengefährdungsklassen des GDV. Sie berücksichtigen die Geländelage: Gebäude auf Kuppen und in erhöhten Lagen sind weniger gefährdet als solche in Senken, Tallägen oder in der Nähe kleiner Bäche. Viele Kommunen veröffentlichen zudem Starkregengefahrenkarten.
Was bedeutet Starkregen für Mehrfamilienhäuser?
In Mehrfamilienhäusern sind vor allem Untergeschosse betroffen: Kellerräume, Heizungs- und Technikräume, Tiefgaragen und Aufzugsschächte. Ein einziges Ereignis kann dort hohe Schäden verursachen. Für Hausverwaltungen ist deshalb wichtig, Schwachstellen zu kennen und Maßnahmen zur Beschlussfassung vorzubereiten.
Welche Vorsorge ist sinnvoll?
- Rückstausicherungen einbauen und regelmäßig warten.
- Lichtschächte und Kellerabgänge aufkanten oder abdecken.
- Gefälle auf dem Grundstück prüfen, Abläufe frei halten.
- Elektrik und Haustechnik in Untergeschossen möglichst hoch montieren.
- Elementarschutz und Selbstbehalt prüfen.
Ob Versicherungsschutz besteht, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag und den vereinbarten Bedingungen ab. Mehr dazu: Elementarschäden versichern.
Häufig gestellte Fragen
Zahlt die Gebäudeversicherung bei Starkregen?
Nur, wenn ein Elementarbaustein vereinbart ist und die Voraussetzungen einer Überschwemmung oder eines Rückstaus erfüllt sind.
Ist Wasser im Keller nach Starkregen immer ein Elementarschaden?
Nein. Entscheidend ist, wie das Wasser eingedrungen ist. Feuchtigkeit durch undichte Kellerwände oder steigendes Grundwasser ist häufig nicht versichert.
Wo finde ich Informationen zum Starkregenrisiko meines Gebäudes?
Viele Kommunen veröffentlichen Starkregengefahrenkarten. Versicherer und Makler können zudem die Starkregengefährdungsklasse ermitteln.
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