Elementar- & Naturgefahren
Hochwasser: Risiko, Versicherungsschutz und Vorsorge für Gebäude
Was bedeutet Hochwasser?
Hochwasser beschreibt einen Zustand, in dem der Wasserstand eines Gewässers deutlich über dem normalen Niveau liegt. Ursachen sind lang anhaltende Niederschläge, Schneeschmelze, Starkregen im Einzugsgebiet oder – an der Küste – Sturmfluten. Tritt das Wasser über die Ufer und überflutet das Grundstück, entsteht ein Schaden, der in der Gebäudeversicherung als Überschwemmung eingeordnet wird.
Sind Hochwasserschäden versichert?
Nicht in der Grunddeckung. Feuer, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel decken Hochwasser nicht ab. Schäden durch Ausuferung von Gewässern sind in der Regel nur über die Elementarschadenversicherung versichert. Sturmfluten sind in vielen Bedingungen ausdrücklich ausgeschlossen. Ob ein Hochwasserschaden ersetzt wird, hängt also vom vereinbarten Baustein und dessen Definitionen ab.
Wie wird das Hochwasserrisiko bewertet?
Versicherer stufen Adressen über ZÜRS Geo in vier Gefährdungsklassen ein – von Klasse 1 (Hochwasser statistisch seltener als einmal in 200 Jahren) bis Klasse 4 (mindestens einmal in 10 Jahren). Zusätzlich veröffentlichen die Bundesländer Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten, etwa für häufige, mittlere und extreme Ereignisse. Für Bestandshalter ist es sinnvoll, beide Quellen zu kennen.
Was unterscheidet Hochwasser von Starkregen?
Hochwasser geht von Gewässern aus und betrifft vor allem Lagen in Fluss- und Küstennähe. Starkregen kann dagegen überall auftreten und führt zu Schäden durch oberflächlich abfließendes Wasser oder Rückstau. Beides kann über den Elementarschutz versichert sein, wird aber unterschiedlich bewertet.
Welche Vorsorge ist sinnvoll?
- Gefährdung des Standorts ermitteln und dokumentieren.
- Untergeschosse hochwasserangepasst nutzen, Technik höher installieren.
- Rückstausicherungen, Barrieren und Pumpen prüfen.
- Alarm- und Notfallpläne mit Bewohnern und Dienstleistern abstimmen.
- Elementarschutz, Selbstbehalt und Entschädigungsgrenzen regelmäßig prüfen.
Was bedeutet das für Hausverwaltungen?
Für WEGs muss die Entscheidung über Elementarschutz und bauliche Schutzmaßnahmen von der Eigentümerversammlung getroffen werden. Hausverwaltungen sollten die Gefährdung transparent darstellen, Angebote einholen und die Entscheidung dokumentieren. Nach einem Hochwasser gilt: Folgeschäden begrenzen, Schäden umfassend dokumentieren und zügig melden.
Ob Versicherungsschutz besteht, hängt immer vom jeweiligen Versicherungsvertrag und den vereinbarten Bedingungen ab.
Häufig gestellte Fragen
Zahlt die normale Gebäudeversicherung bei Hochwasser?
In der Regel nicht. Dafür ist der Elementarbaustein nötig, der Überschwemmung durch Ausuferung von Gewässern einschließt.
Ist Sturmflut versichert?
Sturmflut ist in vielen Elementarbedingungen ausgeschlossen. Maßgeblich ist der konkrete Vertrag.
Was ist ein HQ100?
HQ100 bezeichnet ein Hochwasser, das statistisch einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird. Der Begriff stammt aus der Wasserwirtschaft und wird in Hochwasserkarten verwendet.
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