Elementar- & Naturgefahren

Rückstau: Ursachen, Versicherungsschutz und Rückstausicherung

Aktualisiert am
October 4, 2026
Von
Sascha Senninger

Was bedeutet Rückstau?

Bei einem Rückstau kann das Abwasser nicht mehr abfließen und drückt stattdessen aus dem Kanalnetz zurück in das Gebäude. Das geschieht typischerweise, wenn die Kanalisation bei Starkregen oder Hochwasser überlastet ist. Das Wasser steigt dann bis zur sogenannten Rückstauebene – meist die Straßenoberkante – und tritt an allen tiefer liegenden Abläufen aus, vor allem in Kellern und Untergeschossen.

Ist ein Rückstauschaden versichert?

In den Musterbedingungen des GDV zählt Rückstau zu den weiteren Elementargefahren. Er ist damit in der Regel nur versichert, wenn eine Elementarschadenversicherung besteht. Versichert ist dann typischerweise der Fall, dass Wasser durch Ausuferung von Gewässern oder durch Witterungsniederschläge bestimmungswidrig aus den Ableitungsrohren oder damit verbundenen Einrichtungen in das Gebäude austritt. Rückstau ist vom Leitungswasserschaden abzugrenzen, der Wasser aus dem Leitungssystem selbst betrifft.

Welche Rolle spielt die Rückstausicherung?

Entwässerungsanlagen unterhalb der Rückstauebene sollen nach den technischen Regeln (insbesondere DIN EN 12056-4 und DIN 1986-100) gegen Rückstau gesichert sein. Viele kommunale Entwässerungssatzungen verpflichten Grundstückseigentümer dazu. In Versicherungsbedingungen ist eine funktionsfähige Rückstausicherung häufig als Obliegenheit vereinbart. Fehlt sie oder wurde sie nicht gewartet, kann der Versicherer die Leistung kürzen oder verweigern. Zudem haftet die Kommune bei Rückstau aus der öffentlichen Kanalisation in der Regel nicht, wenn das Grundstück nicht ordnungsgemäß gesichert war.

Typische Schwachstellen in Mehrfamilienhäusern

  • Bodenabläufe in Waschküchen, Heizungsräumen und Tiefgaragen
  • Kellertoiletten und Duschen in Souterrainwohnungen
  • Fehlende, defekte oder dauerhaft offene Rückstauklappen
  • Hebeanlagen ohne Wartungsnachweis

Was sollten Hausverwaltungen tun?

  • Prüfen, welche Abläufe unterhalb der Rückstauebene liegen und wie sie gesichert sind.
  • Wartungsintervalle nach Herstellerangaben organisieren und dokumentieren.
  • Bewohner über Bedienung und Bedeutung der Sicherungen informieren.
  • Elementarschutz im Vertrag prüfen und gegebenenfalls zur Beschlussfassung vorlegen.

Ob Versicherungsschutz besteht, hängt immer vom konkreten Vertrag und den vereinbarten Bedingungen ab.

Häufig gestellte Fragen

Ist Rückstau ein Leitungswasserschaden?

In der Regel nicht. Rückstau wird in den meisten Bedingungen den Elementargefahren zugeordnet und ist nur mit Elementarbaustein versichert.

Wer haftet bei Rückstau aus dem öffentlichen Kanal?

Grundstückseigentümer müssen ihr Gebäude nach den Entwässerungssatzungen meist selbst gegen Rückstau sichern. Eine Haftung der Kommune kommt nur in Ausnahmefällen in Betracht.

Wie oft muss eine Rückstauklappe gewartet werden?

Die Intervalle ergeben sich aus Normen und Herstellerangaben. Üblich sind regelmäßige Sichtprüfungen durch den Betreiber und Wartungen durch Fachkundige, häufig halbjährlich.

Fachbeitrag von SBC Immorisk

Sascha Senninger

Geschäftsführer, SBC symbio GmbH & Co. KG

Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO

SBC Immorisk ist die auf Versicherungs-, Risiko- und Schadenmanagement von Immobilienbeständen spezialisierte Marke der SBC symbio GmbH & Co. KG. Unsere Fachbeiträge richten sich an Hausverwaltungen, Wohnungseigentümergemeinschaften und Bestandshalter.

Hinweis: Die Erklärungen im Glossar sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Ob Versicherungsschutz besteht, hängt immer vom jeweiligen Versicherungsvertrag und den vereinbarten Bedingungen ab.

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