Gebäudeversicherung

Portfolioversicherung: Mehrere Immobilien in einem Konzept versichern

Aktualisiert am
October 4, 2026
Von
Sascha Senninger

Was ist eine Portfolioversicherung?

Eine Portfolioversicherung bündelt die Gebäudeversicherung mehrerer Objekte eines Eigentümers in einem Konzept. Statt für jedes Haus einen eigenen Vertrag mit eigenen Bedingungen zu führen, werden die Objekte in einer Police oder einem Programm mit einheitlichen Regeln zusammengefasst. Typische Nutzer sind Wohnungsunternehmen, Family Offices, Fonds und private Bestandshalter mit mehreren Mehrfamilien- oder Gewerbeobjekten.

Wie ist eine Portfolioversicherung aufgebaut?

  • Objektliste: Alle Gebäude mit Adresse, Nutzung, Flächen, Bauart und Versicherungswert.
  • Einheitliche Bedingungen: Gleicher Deckungsumfang, einheitliche Selbstbehalte und Entschädigungsgrenzen.
  • Summen: Je Objekt oder als Gesamtsumme, häufig mit Vorsorgeversicherung für neu hinzukommende Objekte.
  • Deckungsform: Bei größeren Beständen oft als Allgefahrendeckung.
  • Steuerung: Gemeinsame Auswertung von Beiträgen und Schäden.

Welche Vorteile bietet sie?

Eine Portfolioversicherung schafft Transparenz und reduziert Verwaltungsaufwand. Unterschiedliche Bedingungswerke, Abläufe und Lücken zwischen Einzelverträgen werden vermieden (Deckungslücke). Durch den Ausgleich im Kollektiv können Schadenjahre einzelner Objekte besser getragen werden. Außerdem erleichtert sie Zu- und Verkäufe, wenn Regeln für die Aufnahme und das Ausscheiden von Objekten vereinbart sind.

Worauf ist zu achten?

  • Summen: Jedes Objekt braucht weiterhin einen korrekten Wert, sonst droht Unterversicherung – auch im Portfolio.
  • Schadenverlauf: Der Versicherer bewertet die Schadenquote des gesamten Portfolios; einzelne Problemobjekte können das Gesamtergebnis belasten.
  • Kumul: Liegen viele Objekte in derselben Region, können Naturereignisse mehrere gleichzeitig treffen (Kumulrisiko).
  • Datenqualität: Ungenaue Objektlisten führen zu Streit im Schadenfall.

Wie unterscheidet sie sich vom Rahmenvertrag?

Ein Rahmenvertrag wird häufig für Hausverwaltungen mit vielen verschiedenen Versicherungsnehmern genutzt, etwa Wohnungseigentümergemeinschaften. Eine Portfolioversicherung betrifft in der Regel Objekte desselben Eigentümers oder Unternehmensverbunds. Die Grenzen sind in der Praxis fließend.

Vor einer Bündelung ist eine Portfolioanalyse sinnvoll. Unser Angebot dafür: Portfolio- und Schadencheck.

Häufig gestellte Fragen

Ab wie vielen Objekten lohnt sich eine Portfolioversicherung?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Sie kann bereits bei wenigen Objekten sinnvoll sein, wenn diese ähnliche Risiken haben und einheitlich verwaltet werden.

Werden alle Objekte gleich bepreist?

Nein. Auch in einer Portfolioversicherung fließen Nutzung, Bauart, Lage und Schadenverlauf der einzelnen Objekte in die Kalkulation ein.

Was passiert beim Verkauf eines Objekts?

Das Objekt wird nach den vereinbarten Regeln aus dem Portfolio genommen. Für den Käufer gelten die gesetzlichen Regeln zur Veräußerung der versicherten Sache (§§ 95 ff. VVG).

Fachbeitrag von SBC Immorisk

Sascha Senninger

Geschäftsführer, SBC symbio GmbH & Co. KG

Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO

SBC Immorisk ist die auf Versicherungs-, Risiko- und Schadenmanagement von Immobilienbeständen spezialisierte Marke der SBC symbio GmbH & Co. KG. Unsere Fachbeiträge richten sich an Hausverwaltungen, Wohnungseigentümergemeinschaften und Bestandshalter.

Hinweis: Die Erklärungen im Glossar sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Ob Versicherungsschutz besteht, hängt immer vom jeweiligen Versicherungsvertrag und den vereinbarten Bedingungen ab.

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